Schnabl Saskia Maria, Breuninger Helmut, Iordanou Eleni, Scheu Alexander, Kofler Lukas, Häfner Hans-Martin, Eberle Franziska Carola
Universitäts-Hautklinik Tübingen, Eberhard-Karls-Universität Tübingen.
J Dtsch Dermatol Ges. 2018 Apr;16(4):426-434. doi: 10.1111/ddg.13476_g.
Nach Tumoroperationen erfolgt ein Defektverschluss mit den für den individuellen Fall optimalen chirurgischen Methoden. Besonders im Kopf-Hals--Bereich ist das Ergebnis sehr wichtig. Ziel der retrospektiven Studie war es, Rekonstruktionsmethoden von Defekten entsprechend Alter, Lokalisation und Größe nach funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten zu vergleichen.
Die betroffenen Patienten wurden mittels Fragebögen angeschrieben. 1827 Patienten (Alter von 18 bis 92 Jahren, Median: 56 Jahre) beurteilten postoperative Probleme, ästhetisches sowie funktionelles Ergebnis und das Gesamtresultat. Aus der Patientenakte wurden Größe und Lokalisation des Defektes sowie die Art des Verschlusses dokumentiert.
Die Dehnungslappenplastik erhielt bezüglich des Gesamtresultats mit einer sehr guten oder guten Bewertung (86 %) das beste Ergebnis. Lappenplastiken und Hauttransplantate wurden schlechter beurteilt. Postoperative Beschwerden traten signifikant häufiger nach lokalen Lappenplastiken auf. Die Sichtbarkeit der Narbe wurde von älteren Patienten bei allen Defektgrößen (< 150 mm , 150-300 mm , > 300 mm ) geringer beurteilt als von jüngeren. Narben in der zentralen Gesichtspartie wurden als sichtbarer wahrgenommen. Geschlecht und Rauchen hatten keinen Einfluss.
Narben in zentralen Gesichtsregionen werden stärker wahrgenommen. Ältere Patienten beurteilten die Narbenbildung insgesamt als unauffälliger. Dehnungslappenplastiken, auch unter Wundrandspannung, führen zu sehr guten Ergebnissen und einer hohen Patientenzufriedenheit.